Römische Kelteranlage



Ausoniusufer Der Wein und römerzeitliche Spuren sind in Piespor unzertrennliche Wegbegleiter. Als den Römern der Anbau der Weinrebe im Moseltal gelungen war, nahm sie unaufhaltsam Einzug ins Landschaftsbild. Piesport war in der Antike offensichtlich die Hochburg des heimischen Weinsbaus, denn der Ort kann mit der größten römerzeitlichen Kelteranlage nördlich der Alpen aufwarten, die 1985 entdeckt wurde. Ursprünglich umfaßte sie sechs wasserdichte Becken unterschiedlicher Form und Größe, die paarweise auf verschiedenen Terrainhöhen angelegt sind. Mittelpunkt der Anlage ist eine Baumkelter. In dem viertelkreisförmigen Becken stehen Presskörbe, die mit Trauben oder Maische gefüllt werden konnten. Darüber befindet sich der mächtige Kelterbaum, an dem ein Gewichtsstein in einer Aufhängevorrichtung hängt. Er kann mittels einer Hebelstange über die Spindel leicht angehoben werden, so dass der Baum dann auf die Trauben, bzw. Maische gedrückt werden, bis er wieder auf dem Boden liegt. Dieser Vorgang wiederholt sich etliche Male. Der römische Baumkelter ist rekonstruiert und funktionsfähig, was sie jedes Jahr im Herbst bei einem großem Kelterfest unter Beweis stellt. Die Antike lebt dann an einigen Tagen wieder auf. Die Beschilderung an der Großkkelteranlage